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Zukunftspläne der Himalaya Rescue Dog Squad NepalDie Pläne der HRDSN sind längst
griffbereit in der Schublade, und etliche Grundlagen zu ihrer
Durchführung sind bereits gelegt. Das eigentliche Startsignal
kam durch den politischen Wechsel in Nepal: Nach 280 Jahren absoluter
und in den letzten Jahren konstitutioneller Monarchie und einem
langen Guerilla-Krieg gab es in diesem Jahr die ersten freien Wahlen
seit 13 Jahren. In dieser Zeit stagnierte die komplette
wirtschaftliche und gesellschaftliche Weiterentwicklung des Landes.
Viele Hilfsorganisationen und NGO´s haben in den letzten Jahren
ihre Arbeit einstellen müssen und oftmals das Land verlassen,
der Tourismus war durch die Kampfhandlungen deutlich rückläufig. Der Umbruch Nepals in eine demokratische Bundesrepublik war der Startschuss, nun soll es u.a. mit Spenden ausländischer Förderer und dem Erlös aus dem Verkauf des alten Standortes z.B. als zukünftiges Ferienressort für Trekking- und Naturtouristen losgehen. Damit das Projekt sich zukünftig möglichst selbst trägt, sind einige aussichtsreiche Projekte neben der eigentlichen Rettungsarbeit geplant.
Sobald es finanziell machbar ist, will die HRDSN ein privates Katastrophenschutz-Netzwerk mit allen Organisationen, die dazu nützlich sein können, aufbauen. Im Laufe der Jahre hat die Staffel dazu viele Kontakte aufgebaut: Nepali Red Cross, Nepalese Aviation& Helicopter Pilote Association, Nepalese Army Regional Headquarters, Nepalese Police Force, Mountaineerings Association of Nepal, Private Boarding Schools Associations und viele kleinere Organisationen überall im Land. Ein staatliches Katastrophenschutzsystem ist nicht existent. Unterstützung kommt auch von offizieller, politischer Seite: Mehrere ausländische diplomatische Vertretungen, darunter ganz besonders auch das Deutsche Auswärtige Amt, haben in der Vergangenheit und auch heute Projekte der HRDSN tatkräftig und finanziell unterstützt. Politiker quer durch die vielen Parteien Nepals konnten als Gönner gewonnen werden. Darunter auch ehemalige Politiker, die heute an anderen wichtigen Stellen sitzen, z.B. ein ehemaliges Congressmitglied, der jetzige Nepalische Vertreter von Transparency International, oder der ehemalige erste „Speaker of the House of Representatives“ Daman Nath Dhungana. Um ihre Zukunftspläne zu verwirklichen, hat die HRDSN bereits ein Stück Land erstanden, das wieder in der Mitte Nepals, in Bijayapur im Außenbezirk des Pokhara-Tals liegt, direkt am malerischen Begnas-See - allerdings diesmal nicht nur an einem Trekking-Pfad (einige Stunden Fußmarsch von der nächsten Straße entfernt), sondern an der Straße zwischen Pokhara und Kathmandu.
Um die laufenden Kosten, Ausbildungen und Gehälter für dieses Projekt auf Dauer zu finanzieren, soll auf dem Stützpunkt ein Gasthaus und ein Campingplatz für Touristen, die mit dem Camper oder mit Zelt in Nepal unterwegs sind, eingerichtet werden. In Pokhara gibt es zwar einen „Campingplatz“, aber der ist ohne jeglichen Komfort, es gibt dort nicht mal eine Waschgelegenheit. Man erwartet von den Wohnmobilfahrern, dass sie in Hotels oder in Gasthäusern einquartieren… Zum Campingplatz sollen Waschküchen, sanitäre Einrichtungen und rund 40 Zimmer im Gasthaus gehören, außerdem ein Camping Shop, ein Souvenirladen und ein gutes Restaurant. In der Touristensaison wird es von der Mannschaft des Hospital-on-wheels betrieben; während der Regen- und Einsatzzeit im Sommer, wenn praktisch keine Touristen über Land unterwegs sind, kann das Areal als Unterkunft für freiwillige Katastrophenhelfer aus der ganzen Welt, sowie zur Durchführung von Seminaren dienen. In Pokhara soll ein neues Hauptbüro eröffnet werden, das mit eigenem Solarstrom betrieben wird (die Anlage ist bereits größtenteils finanziert), so dass die viel zu kleine und viel zu teure angemietete Wohnung, die das Büro seit 12 Jahren beherbergt, aufgegeben werden kann. Ein weiteres Projekt für die Finanzierung der Vorhaben ist die Anschaffung von drei gebrauchten Jeeps, die am Stützpunkt stationiert werden und an Touristen vermietet werden sollen, die in die Berge oder an den See zum Angeln etc. fahren wollen. Außerdem soll am Stützpunkt ein Hubschrauberlandeplatz eingerichtet werden. Von dort aus können Touristen Flüge in das Annapurna-Gebiet buchen.
Sobald diese Infrastruktur steht, soll das wichtigste Projekt verwirklicht werden: Der Flying-Doctor-Service! Vom Hauptquartier mit dem Hubschrauberlandeplatz kann somit erstmals die Bevölkerung (und natürlich auch Touristen) in den entlegenen Gegenden mit ärztlicher Hilfe versorgt werden. Die Helikopter-Servicefirma Dynasty Helicopter Service arbeitet schon seit vielen Jahren bei Rettungseinsätzen mit der HRDSN zusammen. Die Flüge zu den entlegenen Bergdörfern sollen aus einer Art privater Krankenversicherungsgesellschaft, denen die Bürgermeister der Bergdörfer beitreten können, indem sie Community-Policen kaufen und selbst Beiträge dazu einsammeln, finanziert werden. Die Gewinne aus diesen Beiträgen sorgen dafür, dass in Notfällen, wenn z.B. Touristen verschollen sind, Suchaktionen gestartet werden können und das Helikopter-Service-Netz verbessert wird. Die Bergungskosten wiederum werden abgerechnet und kommen dem Flying-Doctor-Service zu Gute, genau wie Sightseeing-Flüge für reichere Touristen in den ruhigen Zeiten. Geplant ist die Schaffung von mindestens 60-100 neuen Stellen, die vorerst von den Senior-Mitgliedern der bisherigen Mannschaft, sowie von Schulabgängern der HRDSN-Schule besetzt werden. Da das Projekt größenmäßig durchaus noch ausbaufähig sein wird, erhofft sich Ingo, dass eines Tages Rettungsarbeiter in Nepal zu einem festen Beruf wird. Momentan steht aber der Wiederaufbau der Rettungshundestaffel ganz oben auf der To-Do-Liste. Dabei treten die mittlerweile erwachsenen Kinder der Rettungsmannschaft in zweiter Generation als Junior-Mannschaft in die Fußstapfen ihrer Eltern. Außerdem werden die Mitarbeiter zu einer Disaster Relief Unit für Erdbeben-Rettungseinsätze, Flutopferhilfe und andere Katastropheneinsätze im Inland ausgebildet und sollen mit entsprechender Ausrüstung versehen werden. |
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